Eingetragen von dhermany am 17.11.2014
ERSTE HILFE (4) Korrekter Umgang mit dem Defibrillator
VON KARIN PRIGNITZ
Schloß Holte-Stukenbrock.
Ein Mensch atmet nicht mehr, sein Herzschlag hat ausgesetzt, er ist bewusstlos. Jetzt muss schnell gehandelt werden, denn jede Minute zählt. Je schneller geholfen wird, desto größer ist die Chance, dass der Betroffene überlebt und keine bleibenden Schäden davonträgt.
 
Herzdruckmassage und Atemspende (30-mal pressen und zweimal beatmen) sollten als erste Maßnahme sofort erfolgen. Ist ein Defibrillator in der Nähe, muss auch er umgehend eingesetzt werden. „Sobald er aufgeklappt ist, schaltet er sich ein“, erklärt Florian Popp, Sanitäter, Erste-Hilfe-Ausbilder und Gruppenführer beim Ortsverein Schloß Holte-Stukenbrock des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), die Vorgehensweise.
„Das Gerät erzählt alles, was man wissen muss.“ Deshalb können auch Laien den sogenannten Defi problemlos bedienen – und die Zeit bis zum Eintreffen professioneller Helfer sinnvoll überbrücken.
 
„Mit diesem Geräten kann jeder Leben retten, auch ohne medizinische Vorkenntnisse“, betont Popp. AED, so lautet der vollständige Name des Gerätes. Übersetzt heißt das: Automatischer externer Defibrillator. „In jedem öffentlichen Gebäude sollte es einen geben“, sagt Stefan Siek. Er ist Rettungssanitäter und stellvertretender Rotkreuzleiter sowie Ausbilder. „Gekennzeichnet sind Defibrillatoren mit einem grün-weißen Schild, ähnlich wie bei einem Feuerlöscher.“
 
Wird er eingesetzt, sollte die bewusstlose Person vor dem Anbringen der Elektroden bei starker Behaarung gegebenenfalls rasiert werden, „sonst halten die Klebestellen nicht“. Diese Zeit sollte man investieren, „sonst kann es schmoren“.
 
Wohin die Elektroden kommen, das sei anhand von Zeichnungen dargestellt. Florian Popp veranschaulicht es: „Diagonal am Brustkorb.“ Der Defibrillator analysiere den Herzrhythmus, „und er reagiert entsprechend“. Bei normalem Herzschlag „setzt er keinen Stromschlag ab“. Anders übrigens, als oftmals im Fernsehen zu sehen, schiebt Popp hinterher. Bei einem Kammerflimmern, und nur dann „gibt das Gerät einen Elektroschock ab.“ Quasi ein Reset für das Herz, erläutert der 27-Jährige.
 
Durch den Schock bleibe es bewusst stehen, „in der Hoffnung, dass es danach automatisch wieder anfängt zu schlagen“. Bis der Rettungsdienst eintrifft, sollte mit der Herzdruckmassage fortgefahren werden.
 
„Das Gerät erklärt, wie man vorgehen sollte.“ Es gebe den Takt vor und zähle mit. „Niemand braucht Angst davor zu haben“, sagen Florian Popp und Stefan Siek. Wer handele, der erhöhe die Überlebenschancen des Betroffenen ganz erheblich.
 
Mit diesem vierten Teil endet die Serie.

Hilfe funktioniert hier nach anweisung: Das Gerät gibt die Anweisungen, was zu machen ist. Die Elektroden unter den weißen Klebenflächen sol- len wie beschrieben aufgeklebt und angedrückt werden. Foto Karin Prignitz

Hilfe funktioniert hier nach anweisung: Das Gerät gibt die Anweisungen, was zu machen ist. Die Elektroden unter den weißen Klebenflächen sol-
len wie beschrieben aufgeklebt und angedrückt werden.
Foto Karin Prignitz

 

Geöffnet: Stefan Siek zeigt, wie ein Defibrillator aussieht. Sobald er aufgeklappt ist, schaltet er sich ein. Foto: Karin Prignitz

Geöffnet: Stefan Siek zeigt, wie ein
Defibrillator aussieht. Sobald er
aufgeklappt ist, schaltet er sich ein.
Foto: Karin Prignitz

 

 

 

Quelle: Neue Westfälische 17.11.2014