Eingetragen von dhermany am 22.10.2014

»Es hat einfach alles gepasst«

 

Pollhans verzeichnet Rekordbesuch, zufriedene Schausteller und wenig Krawall

S c h l o ß H o l t e – S t uk e n b r o c k (kl).

Solche Menschenmassen kann niemand zählen, aber es ist wohl trotzdem sicher:

Pollhans 2014 hatte einen Rekordbesuch. Das sieht auch stellvertretender Marktmeister Klaus Lüke so:

»Wann überhaupt, wenn nicht in diesem Jahr. Einsatzbesprechung beim Roten Kreuz in der Lisa-Tetzner-Schule mit Einsatzleiter Christian Schumacher am Samstagnachmittag. Da ging die Veranstaltung gerade los. Foto: Matthias Kleemann Zumindest spricht alles dafür. Er habe von allen Seiten nur positive Rückmeldungen erhalten, sagt Lüke. »Die Händler vom Superkleber bis zur Unterhose, alle haben gute Umsätze gemacht.« Die Aussteller auf der Wirtschaftsschau seien überrascht gewesen, wie viele Besucher trotz warmer Temperaturen den Weg in die Zelte gefunden haben. Dabei war es wirklich warm in den Zelten. »In den zwanzig Jahren, die ich das mache, habe ich erstmals einen Anruf bekommen, dass es zu warm im Zelt ist. Wir haben dann nicht mehr geheizt und nur noch gelüftet. «

Auch der Andrang in den Fahrgeschäften habe eigentlich zu keiner Zeit nachgelassen, ununterbrochen hätten die Karussells sich gedreht und seien immer voll gewesen. Andreas Zinnecker, der die beiden Hauptattraktionen, den »King« und den »Mega King Tower « aufgestellt hatte, sei sehr angenehm überrascht gewesen, ebenso André Schneider, der mit den Autoscootern gute Geschäfte gemacht habe. Schließlich die Partyzelte: »Ich habe mich da am Sonntag mal selbst umgesehen«, sagt Lüke. »Es war angenehm voll und gute Stimmung. « Dementsprechend seien die Rückmeldungen der Zeltbetreiber ebenfalls positiv. Eine rundum gelungene Veranstaltung also, was zu allererst sicher an dem sonnigen und fast trockenen Wetter gelegen hat. Es war jedoch auch ein Markt ohne größere Krawalle oder andere unschöne Zwischenfälle. »Es hat einfach alles gepasst.« Bewährt habe es sich, die Wege breiter zu machen. »Dadurch ist das Gedränge nicht so groß.« Den neuen, breiten Weg hinter der Baustelle hatten die Organisatoren beidseitig bestückt. »Dann sind abends auch beide Seiten besser beleuchtet. Das ist gut angekommen. «

Aufgrund des Neubaus an der Bahnhofstraße mussten einige Schausteller ihre Stammplätze verlassen und umziehen. Auch das sei aber zufriedenstellend gelöst worden. Die Wahrsagerin, »Frau Luma«, von der im Vorfeld nicht klar war, ob sie kommt, hatte beispielsweise jetzt ihren Standplatz auf der Pollstraße. »Da will sie auch im kommenden Jahr wieder hin«, sagt Lüke.

Den Eindruck von der ruhigen Veranstaltung bestätigt das Rote Kreuz, das an den drei Tagen mit 170 Helfern im Einsatz war. Die Rot-Kreuz-Helfer kamen aus dem gesamten Kreis Gütersloh sowie aus Augustdorf, Bielefeld und Paderborn. 130 Hilfeleistungen und 15 Personen, die ins Krankenhaus gebracht werden mussten, hat Sascha Wittenborg gezählt, der am Montag die Einsatzleitung hatte. Doch nur am Samstag sei so richtig viel zu tun gewesen, und am Montag sei es ungewöhnlich ruhig zugegangen. Die Verletzungen waren oft Schnittwunden durch Glasbruch, ansonsten nichts Ungewöhnliches. Menschen mit Kreislaufproblemen oder – meist junge – Leute, die zu viel Alkohol konsumiert hatten. Bewährt habe sich der neue Standort des Rot-Kreuz-Containers näher am Bahnhof, weil eben dort auch mehr Besucher unterwegs waren. Außerdem: »Direkt neben der Polizeiwache, wo der Container sonst gestanden hat, gibt es ohnehin keinen Krawall, da reißen sich alle zusammen.«

Viele Einsätze am Samstag, ein normaler Sonntag und ein vergleichsweise ruhiger Montag, das ist auch die Bilanz der Polizei. An allen drei Tagen zusammen fertigten die Beamten 21 Strafanzeigen. Dabei ging es Nötigung, Unterschlagung, Sachbeschädigung, Widerstand, Körperverletzung, Raub, Beleidigung und Verstoß gegen das Waffengesetz. Es wurden insgesamt 52 Platzverweise ausgesprochen, in der Hauptsache, um aufkeimende Schlägereien im Vorfeld zu unterbinden. Mehrere Personen wurden in Gewahrsam genommen, auch eine Festnahme ist zu verzeichnen. Nach dem heftigen Regen am Sonntagabend verebbte der Besucherstrom, um 2.30 Uhr war niemand mehr auf dem Festplatz.

Auf der Bahnhofstraße behinderten widerrechtlich abgestellte Fahrzeuge den Verkehr, es wurden auch mehrere Autos abgeschleppt. Die Polizei sucht einen Besucher, der gegen 22.45 Uhr von einem Jugendlichen einen Faustschlag ins Gesicht bekommen haben soll und dabei wahrscheinlich verletzt wurde. Dieser Mann, so teilt die Polizei mit, hat Pollhans verlassen, ohne dass seine Personalien ermittelt werden konnten. Da er auch ein Zeuge ist, wird er gebeten, sich zu melden, auf der Station in Schloß Holte oder in Gütersloh.

Quelle Westfalen Blatt

Foto: Matthias Kleemann

Quelle: Westfalen Blatt